20 Arche-Schulen gestartet

Landwirte, Lehrer und Schüler engagieren sich gemeinsam für alte Nutztierrassen. Der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies kommt als Schirmherr nach Lüneburg in den Arche-Park. Neugierig schauen die Tiere im Lüneburger Arche-Park über den Zaun als am Morgen ungewohnte Gesichter an ihren Gehegen vorbeigehen. Heute ist der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies als Schirmherr für das Projekt „Arche-Schule – aktiv für Ernährungsvielfalt“ als besonderer Gast im Park, und so sind verschiedene Gäste aus Politik, Förderung und Fachwelt angereist, um diesen Moment feierlich zu würdigen.
Das Umweltbildungszentrum SCHUBZ Lüneburg und die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) qualifizieren Landwirte und Lehrer anhand von neuen pädagogischen Konzepten und Medien und zeichnen Höfe als „Arche-Schulen“ aus. Es wurden innovative Materialien und Ideen für Kinder und Jugendliche entwickelt, sodass die Bedeutung von alten Nutztierrassen für Ernährungsvielfalt spannend erlebbar wird.
Olaf Lies hebt als Schirmherr die Bedeutung des Projektes hervor: „Die Arche-Schule zeigt Kindern und Jugendlichen und damit den Verbrauchern von morgen, wie Ernährung, Landwirtschaft und Naturschutz zusammenspielen.“
Im Rahmen der Qualifizierung werden jeweils 10 Höfe in Niedersachsen und Hessen als „Arche-Schule“ qualifiziert und ausgezeichnet. Rund 1.000 Schüler*innen der 5./6. und 9./10. Jahrgangsstufen nehmen teil. Inhaltlich beschäftigen sich die Schüler*innen mit der Bedeutung und dem Risiko von Ernährungssicherung und Ernährungsvielfalt in Bezug auf den Status Quo der modernen Landwirtschaft. Sie entwickeln Zukunftsvisionen und Problemlösungen für die besuchten Höfe und präsentieren ihre eigenen Standpunkte und Ideen beim gemeinsamen Abschlussworkshop. Insbesondere vor den aktuellen Entwicklungen ist das Thema bedeutsamer denn je.
Nach Projektende stehen die entwickelten Materialien bundeweit für die Bildungsarbeit zur Verfügung. Dadurch kann für Schulen in ganz Deutschland das neue Bildungsangebot zu alten Nutztieren angeboten werden. Denn deutschlandweit sind über 160 landwirtschaftliche Betriebe, Tierparks und ähnliche Einrichtungen im Arche-Projekt der GEH engagiert. Gut die Hälfte der 2.100 GEH Mitglieder sind selbst aktive Tierhalter.
Dank der finanziellen Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Niedersächsischen Bingo Umweltstiftung (NBU) von rund 250.000 € konnte das Pilotprojekt mit einer zweijährigen Laufzeit vom SCHUBZ in Lüneburg als Projektträger initiiert und für die Höfe und Schulen kostenfrei durchgeführt werden.

Information zu den alten Nutztierrassen:

Aktuell stehen 176 Nutztierrassen auf der Roten Liste der GEH. Bestens angepasst an regionales Klima und Futtervorkommen wurden die Tiere durch leistungsstärkere Zucht verdrängt. Die wichtige Vielfalt und Vielseitigkeit der Nutztiere sind immer mehr verloren gegangen. Welche besonderen Eigenschaften dieser Nutztiere in Zukunft für uns wichtig sein werden, können wir jetzt noch nicht wissen. Es gilt daher diese große Vielfalt zu bewahren, die Genpool und wertvolles Kulturgut zugleich darstellt. Die Erhaltung fördert nicht nur die biologische Vielfalt der landwirtschaftlichen Nutztierrassen, zudem profitieren auch die von ihnen beweideten und gepflegten Landschaften sowie die wildwachsenden Pflanzen und wildlebenden Tieren. Darüber hinaus stehen gefährdete Nutztierrassen für eine regionale und nachhaltige Landwirtschaft.

Pressekontakt:

Dr. Frank Corleis, Leitung des
SCHUBZ Umweltbildungszentrums


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