Kennzeichen:

Der Bouvier des Ardennes ist ein kräftiger und robuster Bauernhund von mittlerer Größe (Schulterhöhe Rüden: 56-62cm; Hündinnen 52-56cm).
Das Haarkleid muss so beschaffen sein, dass der Hund im Freien leben kann. Das Deckhaar ist trocken, rau und zerzaust und ca. 6 cm lang, am Schädel kürzer und flach anliegend. Die Unterwolle ist sehr dicht. Alle Farben sind zulässig, außer weiß; am häufigsten sieht man beigefarbene Hunde mit z.T. dunkler Maske und dunkel gestromte.
Die Ohren sind hoch angesetzt, bevorzugt spitz und aufrecht getragen, nach vorne gelegte oder halb aufrechte Ohren sind ebenfalls zulässig.
Die überwiegende Mehrheit der Hunde hat eine kurze Stummelrute oder ist rutenlos; neben den natürlichen Stumpern wurde und wird die Rute des Ardenners in den Ländern, wo es zulässig ist, häufig noch kupiert.

 

Verbreitung:

Der Ardenner ist nach wie vor eine lokal begrenzte Rasse, insbesondere wenn man die wenigen noch an der Herde arbeitenden Hunde betrachtet. Diese findet man vor allem noch in seiner Heimat, den Ardennen, einige Exemplare in Frankreich und Deutschland.

 

Herkunft:

Heimat dieses seltenen Hütehundes sind die belgischen und französischen Ardennen. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war er dort der typische Hof – und Arbeitshund. 1923 erfolgte erstmals die Anerkennung durch den belgischen Zuchtverband. Doch da die kontrollierte Zucht teuer und die Menschen arm waren, wurde 1939 der letzte Hund in das Zuchtbuch eingetragen. Das Verschwinden vieler landwirtschaftlicher Betriebe mit der fortschreitenden Industrialisierung tat ein Übriges und so galt die Rasse schließlich als ausgestorben.
1983 wurden im Rahmen einer Reihenuntersuchung von Biestmilchproben bei Milchviehbauern in den Ardennen einige mehr oder weniger typische Ardennentreibhunde entdeckt. Mit ihrer Hilfe wurde die Rasse rekonstruiert und 1996 von der FCI unter dem Standard Nr. 171 wieder offiziell anerkannt.

 

Eigenschaften und Leistung:

In seiner Heimat wurde der Bouvier des Ardennes schon immer ausschließlich für die Arbeit gezüchtet: Großvieh einzusammeln und zu treiben und Haus und Hof zu bewachen. Daneben wurde und wird er noch heute zur Wildschweinjagd eingesetzt.
Das raue Klima, schroffe Gelände und die Armut der Gegend zwang die Menschen, nur die robustesten und tauglichsten Exemplare am Leben zu lassen. So entstand ein robuster Hund von hoher Trainierbarkeit, intelligent, unermüdlich, flink und furchtlos
Seine Größe, Schnelligkeit und Wendigkeit sowie sein Mut erlauben es ihm, sowohl Schafe als auch Rinder zu treiben.

 

Besonderheiten:

Der Bouvier des Ardennes ist ein Arbeitshund, der seine Aufgaben braucht. Er ist kein ganz leichtführiger Hund, denn er wurde von jeher auf selbstständiges Arbeiten hin gezüchtet.
Sein Territorialverhalten und sein Jagdtrieb fordern eine konsequente Erziehung.
Auch wenn sich die Anzahl der Ardennentreibhunde beständig nach oben entwickelt, gibt es nur noch wenige Exemplare mit ausgeprägter Hütetauglichkeit.
Wichtig ist es jetzt, den Bouvier des Ardennes als Hof- und Hütehund zu erhalten. Dafür braucht es hundeerfahrene Menschen, die dem außergewöhnlichen Treibhund einen Arbeitsplatz bieten können.

 

Bestand:

Zur Zeit gibt es nur eine Handvoll aktiver Zuchtstätten in Belgien, Frankreich und Deutschland. Nur in 3 Zuchtstätten wird der Bouvier des Ardennes noch als ein am Vieh arbeitender Hund gezüchtet.
Trotz bestandenem Hüteanlagentest konnten bisher vom deutschen Nachwuchs nur zwei Hündinnen mit Erfolg am Vieh ausgebildet werden.
Dagegen erfreut sich der Bouvier des Ardennes – als seltene Hunderasse – zunehmender Beliebtheit bei Hundesportlern im Bereich Agility, Obedience und Schutzhundesport.

 


Herdbuch:

Für Deutschland ist der „Deutsche Bouvier-Club von 1977 e.V. (DBC) zuchtbuchführend.
Zur Zuchtzulassung werden neben Gesundheit (Hüft-, Augenuntersuchung, Gebissbescheinigung), rassetypischem Aussehen (Standardmusterung durch einen Spezialzuchtrichter, Ausstellung), Wesen (Verhaltenstest) auch die Hüteanlage überprüft.

 

Gefährdungsgrad:

 

 

 

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