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Glanrind 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Dr. Thomas Schmidt

 

Kennzeichen:

Einfarbig gelb mit breitem fleischfarbenem hellen Flotzmaul. Nach vorn gewundene, meist abwärts geneigte Hörner z.T. mit dunklen Spitzen. Relativ hoher Schwanzansatz, langes und breites Becken. Tiefe Wamme, kräftiges Fundament und gelbe oder auch dunkelbraune feste Klauen.

Verbreitung:

Rheinland-Pfalz, vor allem am Glan und rund um den Donnersberg. Heutzutage finden wir die Rasse, jetzt einheitlich als Glanrind bezeichnet (RS = 73), zu ca. 45 - 50 % in Rheinland-Pfalz, 15 - 20 % im Saarland, 30 - 35 % in Nordrhein-Westfalen und ca. 5 % meist linksrheinisch nach Norden bis vereinzelt in Belgien und Holland.

Herkunft:

Entstand aus der Einkreuzung von graubraunem Berner Gebirgsvieh und Simmenthaler Rindern (ab 1762) in das meist kleine, rote, teils rückenblessige Pfälzer Landvieh. Durch die Körverordnung des Herzogs Christian IV von Pfalz-Zweibrücken (1773) entstanden so der einfarbig gelbbraune etwas feinere Schlag am Glan und der hellere robustere am Donnersberg. Napoleon erklärte das Glanvieh als Normalviehschlag in den linksrheinischen Provinzen (ca. 1820). 1930 waren noch 76 % des Gesamtrinderbestands im Ursprungsgebiet. Um 1958/59 war vermutlich der Höchststand der Glanviehpopulation mit ca. 400.000 Tieren erreicht.

Eigenschaften und Leistung:

Das Glanrind ist eine Dreinutzungsrasse. Heute für Fleisch (Mutterkuhhaltung) und in einigen Betrieben für Milch und Fleisch genutzt, definiert sich die 3te Aufgabe zum Landschaftsschutz/-pflege von selbst. Durch seine Leichtfuttrigkeit und seiner sehr guten Rohfaserverwertung, somit der noch vorhandenen Fähigkeit auf Grundlage hofeigenen Futters gute Ergebnisse zu erzielen, stellt das Glanrind eine Alternative der Haltungsweisen in Extensivlagen/extensive Bewirtschaftungsweise dar. Sehr feinfaseriges Fleisch mit geringem Garverlust sind das Resultat. Dank der für Mutterkühe relativ hohen Milchleistung von 4,5 - 5.000 kg mit über 4 % Fett entstehen ordentliche Kälber. Hohes Alter mit über 15 Jahren (10 bis 12 Kälber pro Kuh) sind die Regel und stehen für eine hohe Gesamtlebensleistung des Glanrindes.

Besonderheiten:

Im Hauptverbreitungsgebiet wurden 1951 noch über 60 % aller Kühe, dazu sehr oft Ochsen, zur Gespannarbeit genutzt (Vorr: gutes Fußwerk). Erhaltung der Restbestände durch Initiative der GEH e.V., des VEFG e.V. und des VRG e.V. erfolgte ab 1983 mit noch ca. 25 Tieren. Seit 2008 ist die Glanrindpopulation EG-konform erfasst und das FHB (Fleischrinder-Herdbuch Bonn e.V.) die amtlich anerkannte Züchtervereinigung zur Dokumentation der "Erhaltungszucht des Glanrindes".

Bestand:

Der Bestand umfasst aktuell 650 Kühe und 80 Bullen. (Stand: 2012)

 

 

Herdbuch: 730 Tiere gesamt (Stand: 2012).

Gefährdungsgrad:

Kategorie II (stark gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.

Gefährdungskennzahl:

220 GKZ ¹

 

Kontakt

 

Weiterführende Informationen:

¹GEH-Gefährdungskennzahl GKZ, Ein verbessertes Einstufungsverfahren für den Grad der Gefährdung

Das Glanrind  (Gefährdete Rinderrrassen, GEH, 2016) 

Glanrind  (Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland)