(Fotos: Volker Lortz)

Kennzeichen:

Auf den ersten Blick bestechen rassige Plymouth-Rocks durch ihre akkurate Zeichnung, die in ihrer Gleichmäßigkeit und Exaktheit einmalig in der Rassegeflügelzucht ist. Bei keiner anderen gestreiften Hühnerrasse ist die Trennung von Grundfarbe und Zeichnung so eindrucksvoll anzutreffen.

Der Rumpf soll ein angehobenes Rechteck bilden und auf mittel hohen, gelben Läufen waagerecht stehen. Ein Hauptrassemerkmal ist die direkt nach dem Halsbehang beginnende leicht ansteigende, durchgehende Rückenlinie. Die Kopfpunkte sind im Verhältnis zum Körpervolumen recht klein entsprechen den typischen Kopfbehängen der asiatischen Hühnerrassen. Die Rasse ist im Standard mit 7 Farbschlägen (weiß-schwarzcolumbia, rebhuhnfarbig-gebändert, silberfarbig gebändert, schwarz, weiß, gelb und gestreift) angegeben, wo bei letztgenannter die originale Zeichnung der Rasse darstellt. Außerdem gibt es auch eine Zwerg Form der großen Rasse.

Verbreitung:

heute bundesweit Zuchtstämme.

Herkunft:

Bereits 1870 kamen die ersten gestreiften Plymouth Rocks durch die Engländer nach Europa, wo die Gefiederfarbe als gesperbert bezeichnet wurde. Von dort aus fanden sie um 1879 den Eingang nach Deutschland, dies bedeutete für die Rasse und deren Entwicklung bei uns einen Verlust von rund 20 Jahren. Schon um 1880 hatten sie im Heimatland den USA einen bis dahin bei einer Hühnerrasse noch nie erlebten Siegeszug angetreten. Dagegen hatten die Engländer eine andere Richtung in der Zucht der Plymouth Rocks eingeschlagen. Man strebte dort nach einem grobknochigen, hochbeinigen Typ mit unansehnlichem dunkelgrauem, braun schimmerndem Gefieder und grauer Beinfarbe. Diese Tiere fanden in Deutschland nur wenige Liebhaber, auch deshalb, weil sie die ihnen vorauseilenden Lobeshymnen bezüglich der wirtschaftlichen Eigenschaften, bei weitem nicht erfüllen konnten.  Als man jedoch um 1900 erfuhr, dass im Nachbarland Dänemark Plymouth-Rocks rein amerikanischer Abstammung, in schöner hellblauer Farbe und sauberer Zeichnung gezüchtet wurden, dauerte es nicht mehr lange, bis begeisterte, deutsche Züchter von dort und wenig später auch direkt aus den USA Plymouth-Rocks importierten.

Die gestreiften Plymouth-Rocks waren in den USA bald das Nationalhuhn geworden und blieben es über Jahrzehnte. Die amerikanischen Züchter hatten schon früh die wirtschaftliche Bedeutung der gestreiften Rocks erkannt. Dies bewiesen die nach dem 2. Weltkrieg eingeführten Barred Rocks in Deutschland, die hinter dem Leghorn lange Zeit den 2. Platz als Wirtschaftsgeflügel halten konnten. Doch schon zu dieser Zeit entwickelte sich, wie auch im Mutterland, so auch bei uns, die Plymouth-Rocks zu einer reinen Schönheitszucht. Im Gegensatz dazu entwickelten sich die Barred Rocks, später bei uns in Deutschland als Amrocks anerkannt, zur Wirtschaftsrasse. Es gibt kaum eine von der Form her passende Rasse, die nicht in die gestreiften Plymouth-Rocks eingekreuzt werden kann, um nicht nach wenigen Jahren äußerlich aus dem Erscheinungsbild der Rasse verschwunden zu sein. Hilfreich ist hierbei die Dominanz des gestreiften Federkleides über andere Farbenschläge. Dies funktioniert jedoch nur mit einem reinerbigen gestreiften Zuchthahn.

Eigenschaften und Leistung:

Von ihrem Gemüt her sind diese Hühner sehr ausgeglichen und äußerst ruhig. Bei intensivem Umgang mit den Tieren können sie sogar ausgesprochen zahm werden. Immer aufmerksam und niemals hektisch freuen sie sich über großflächige Ausläufe, wo die Tiere als eifrige Futtersucher stundenlang die Gegend erkunden. Einzäunung von 1,25m Höhe werden von ihnen respektiert.  Als realistische Legeleistung kann der Züchter mit 160 – 180 Eier pro Jahr rechnen und einem Eigewicht von 55g. Das Fleisch der Plymouth-Rocks ist gelbhäutig und weder zäh noch trocken und kann höchsten Gaumenansprüchen genügen.  

Besonderheiten:

Nur in den seltensten Fällen werden die Hennen zur Brut schreiten, dafür sind die Eier absolut Kunstbrutfest. Bei der Einlage sollte man wissen, dass Eier von gestreiften Plymouth-Rocks einen Tag länger als herkömmliche Bruteier in der Entwicklung benötigen. Nach nur wenigen Tagen kann man Anhand der helleren und dunkleren Gefiederfärbung, der Lauffarbe und des Kopffleckes das Geschlecht der Eintagsküken einwandfrei erkennen.

Bestand:

Derzeit gibt es in Deutschland einen Bestand von 437 weiblichen und 118 männlichen Tieren (Stand: 2016). Plymouth Rocks werden von 59 Züchtern gezüchtet.

Gefährdungsgrad:

Kategorie I (extrem gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

 

Kontakt

 

Weiterführende Informationen

Plymouth Rock (Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland)