Kennzeichen:

Die Ziegen sind mittelgroß bis groß und langhaarig. Die Rasse kommt in verschiedensten Farbvariationen und Scheckungen vor. Besonderes Kennzeichen sind die ausladenden, schraubenförmigen Hörner mit waagerechter bis V-förmiger Hornstellung, es kommen bei weiblichen Tieren aber auch säbelförmige Hornformen vor. Bei Böcken können die Hörner eine Länge von bis zu 80cm erreichen. Die Ohren stehen waagerecht oder sind hängend.

Herkunft und Verbreitung:

Die Bulgarische Landhaarziege stammt aus Bulgarien. In den 1960er Jahren gelangten einige Tiere in den Zoopark Erfurt, wo sie eine kleine Zucht in Deutschland begründeten. Nach der Wende gelangten einige Ziegen auch in die westlichen Bundesländer. Gleichzeitig gingen die Bestände in Bulgarien stark zurück bzw. die Rasse wurde durch Einkreuzungen von leistungsfähigeren Rassen verdrängt.

Inzwischen ist das Interesse an der Rasse auch in Bulgarien wieder zurückgekommen. Im Jahr 1997 gründete sich die Erhaltungsvereinigung „Semperviva“ (Bulgarian Biodiversity Preservation Society, BBPS), die sich neben anderen Haustierrassen auch der Erhaltung der Bulgarischen Langhaarziege widmet. Der Bestand ist inzwischen wieder angewachsen.

Eigenschaften und Leistung:

Die Ziegen sind sehr wetterfest und kommen mit Schnee und Regen gut zurecht. Es handelt sich um eine langsam wachsende Rasse mit gutem Mutterinstinkt, in der Regel werden Zwillinge geboren.

Maße, Gewichte: Böcke 79-90 cm / 60-70 kg, Ziegen 65-75 cm / 40-50 kg

Bestand:

In Deutschland gibt es einen Bestand von maximal 100 Zuchttieren, die sich vorwiegend  in Tierparks sowie bei einigen privaten Züchtern befinden. In Bulgarien gibt es ebenfalls maximal 100 Zuchttiere sowie Kreuzungen. Es konnten wieder einige Zuchttiere (vier Böcke, acht Ziegen) aus Bulgarien importiert werden, die die Inzuchtverhältnisse in Deutschland etwas entspannt haben.

Herdbuch:

Der ehemalige Züchter Markus Bals (Rheinland) führte ein Zuchtbuch mit bundesweiter Abstammungsdokumentation ein. Der Tierpark Erfurt (Ansprechpartner: Roy Bäthe) koordiniert die Erhaltungsaktivitäten und vernetzt die Züchter, vermittelt Tiere etc.

Gefährdungsgrad:

Es handelt sich um eine ausländische Rasse, die in ihrem Ursprungsland akut gefährdet ist. Die ebenfalls kleine deutsche Population ermöglichte in der Vergangenheit das Überleben der Gesamtpopulation, da das Interesse an der Rasse im Ursprungsland zwischenzeitlich fast erloschen war, inzwischen aber wieder aufgebaut wird. Es bestehen enge Kontakte und auch Tieraustausch zwischen den deutschen und bulgarischen Züchtern.

 

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