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Schwerpunkt - Schafe und Ziegen


Die Thüringerwald Ziege


Karola Stier, Witzenhausen

Die Thüringerwald  Ziege

Nur in Thüringen wurden damals in die Landziegen ausschließlich Toggenburger Ziegen eingekreuzt, es entstand eine Rasse, die sich mit ihrer schokoladenbraunen Färbung, dem fehlenden Aalstrich und der typischen weißen Gesichtsmaske leicht von den anderen rehbraunen Rassen absetzt.

Ihr Name war bis 1935 'Thüringer Toggenburger', sie wurde jedoch in Thüringerwald Ziege umbenannt, nachdem sie sich im Laufe der Jahre in eine von der Toggenburger Ziege abgrenzbare eigenständige Rasse entwickelte.

Schon zu Zeiten der DDR wurde sie als bedrohte Rasse anerkannt und finanziell gefördert. Sie gilt als besonders robust und widerstandsfähig, was auf ihre Entstehung in den rauhen Lagen des Thüringer Waldes zurückzuführen ist. Sie hat eine durchschnittliche Milchleistung von ca. 800 bis 900 kg bei hohem Fettgehalt von 3,8 %.

Durch den starken Rückgang der Ziegenbestände in den 50er Jahren sind heute nur noch zwei Bocklinien vorhanden, so wurden 1988 einige Toggenburger Ziegen in die Population eingekreuzt, um eine verstärkte Inzucht zu stoppen. Durch diese Maßnahme hervorgerufen, sind ein Teil der Tiere nicht mehr reinrassig, was bei weiteren Zuchtmaßnahmen bzw. Zuchttierauswahl unbedingt berücksichtigt werden sollte.

Mit nur ca. 200 weiblichen Tieren ist die Thüringerwald Ziege akut vom Aussterben bedroht, sie wird hauptsächlich in Thüringen gezüchtet, verbreitet sich aber in den letzten Jahren nach der Grenzöffnung der damaligen DDR verstärkt über fast alle Bundesländer und wird in meist kleinen und weit verstreuten Beständen gehalten. Die Thüringerwald Ziege ist aufgrund ihrer Sonderstellung bei den bunten Rassen die einzige, die offiziell als bedrohte Ziegenrasse anerkannt ist und in Thüringen auch finanziell unterstützt wird. Nachdem in Zusammenarbeit der GEH mit dem Thüringer Ziegenzuchtverband nach der Wende das Herdbuch in Thüringen neu aufgearbeitet werden konnte, besteht heute eine zweigleisige Betreuung der Züchter: Die Herdbuchzüchter in Thüringen werden vom Zuchtverband betreut, alle anderen (die Nicht-Herdbuchzüchter Thüringens und Züchter in allen anderen Bundesländern) werden von der GEH betreut und verwaltet. Eine Kooperation zwischen beiden Organisationen findet im Sinne einer länderübergreifenden Koordination zur Zuchtplanung und Inzuchtvermeidung statt. Diese Organisationsform hat den Vorzug, daß eine zentrale Erfassung aller, auch kleinster Bestände ermöglicht wird, wie auch die Tiere aus der Landeshaltung berücksichtigt werden können, was bei der geringen Tierzahl unabdingbar ist.

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