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Schwerpunkt - Schafe und Ziegen


Die Erzgebirgsziege


Karola Stier, Witzenhausen

Die Erzgebirgsziege

Im Erzgebirge (Sachsen) wurde eine hornlose, rehbraune Ziege mit schwarzem Aalstrich, schwarzem Bauch und schwarzen Beinen gehalten. Neben diesen existierten damals noch Grauschimmel, Blauschimmel, schwarze Tiere und Schecken in verschiedenen Farben. Ende des letzten Jahrhunderts wurden Tiere entsprechend dem rehfarbenen Schlag aus der Schweiz (Greyerzer Schlag) eingeführt. Zeitweise bestand ein Zuchtaustausch mit Harzer Ziegenböcken, so setzte sich auch hier die rehfahrbene Variante in der Zucht durch.

Die Erzgebirgsziege konnte sich aufgrund ihrer isolierten Lage in der ehemaligen DDR erhalten, sie war neben der Thüringerwald Ziege die zweite verbliebene bunte Ziegerasse, nachdem im östlichen Teil der Rhön und des Harzes die dortigen Rassen ihre Bedeutung verloren hatten und ausstarben. Der Bestand der Erzgebirgsziege wurde in der DDR mit mehreren Tausend angegeben, eine Gefahr der Vermischung mit der Thüringerwald Ziege bestand kaum, da beide Rassen getrennt voneinander in ihren Herdbüchern geführt wurden und somit als zwei verschiedene Rassen anerkannt waren.

Nach der Grenzöffnung entwickelte sich jedoch ein reger Kontakt und auch Zuchttieraustausch zwischen den fränkischen und sächsischen Ziegenzüchtern. Auf eine Reinhaltung der beiden Rassen ist zukünftig besonders zu achten, da sie sich bezüglich ihrer Färbung nicht unterscheiden und die Zuchtgebiete eng aneinander grenzen. Da die Erzgebirgsziege kleiner und leichter als die Frankenziege ist, sowie mit einer Milchleistung von ca. 700 bis 800 kg/Jahr hinter ihr zurückbleibt, besteht die Gefahr, daß sie durch Einkreuzungen mit der leistungsstärkeren Frankenziege vermischt wird oder sogar ausstirbt, indem sie ganz in ihr aufgeht.

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