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GEH - Rassekurzbeschreibungen Schafe

Leineschaf
‚im ursprünglichen Typ’

Leineschaf aus der NABU-Herde, Sachsen, Foto: Klaus König-Hollrah

(Foto: Klaus König-Hollrah)

Kennzeichen:

Frohwüchsiges, marsch- und widerstandsfähiges Landschaf mit sehr guten Muttereigenschaften. Langer, schmaler unbewollter Kopf mit zum Herabhängen neigende Ohren. Gewicht der Muttertiere zwischen 55-70 kg, die Böcke 100-115 kg.

Verbreitung:

Ursprünglich verbreitet im niedersächsischen Leinebergland zwischen Göttingen und Hannover sowie im Eichsfeld. Von dem Verbreitungsgebiet entlang des Leineflusses wurde der Name Leineschaf abgeleitet.

Herkunft:

Zurückzuführen auf das schlichtwollige Rheinische Landschaf, das mit verschiedenen englischen Rassen Mitte des 19. Jahrhunderts gekreuzt wurde.

Seit 1906 existiert ein einheitliches Zuchtziel. Bis 1937 hatte sich die Population des Leineschafes bis auf über 77.000 Tiere in ganz Deutschland vergrößert.

Eigenschaften/Leistung:

Das Leineschaf ist robust und sehr anpassungsfähig, verfügt über gute Aufzuchtleistungen und kann als Koppel- und Hüteschaf gehalten werden. Für ein Landschaf gut bemuskelt.

Die weiße, dicht gestapelte Schlichtwolle im Sortiment C beträgt 3,5 - 4 kg pro Jahr bei den Muttertieren.

Besonderheiten:

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden etwa 1500 Leineschafe als Reparationszahlungen nach Polen gebracht und blieben dort nahezu unverkreuzt bis in die Jahrtausendwende erhalten. Rückimporte aus Polen - 30 Zuchtböcke und etwa 70 weibliche Tiere aus der bis 2002 in Cerkwica noch vorhandenen staatlichen Zuchtherde - erreichten in der Zeit von 1993-1999 Sachsen und Thüringen, wo Leineschafzuchten des ‚ursprünglichen Typs’ wiederaufgebaut wurden. Einkreuzungen in Westdeutschland seit etwa 1965 mit den fruchtbareren Ostfriesischen Milchschafen und den fleischreicheren Texelschafen führten in Niedersachsen zu einem ‚neuen schwereren Typ’ des Leineschafes, welches dort zu den Fleischschafen gehört.

Bestand:

Das Leineschaf ‚im ursprünglichen Typ’ hat in Deutschland aktuell einen Zuchtbestand von etwa 600 Muttertieren und gehört laut Roter Liste der GEH in die Kategorie I (extrem gefährdet). Die staatliche polnische Zuchtherde ist leider in 2002 komplett vernichtet worden.

Auch der ‚schwerere, neue Typ’ des Leineschafes im hannoverschen Zuchtgebiet gilt heute mit seinen ca. 1500 Zuchttieren als gefährdete Population  (Quelle: Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland – TGRDEU).

Herdbuch:

Gefährdungsgrad:

Kategorie I (extrem gefährdet) laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen.

Kontakt


Weiterführende Informationen:

Leineschaf  (aus: Online-Broschüre Schafe und Ziegen)

Leineschaf  (Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland)


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