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Gesellschaft zur Erhaltung alter
und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) |
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GEH - Rassekurzbeschreibungen Bienen |
Die Dunklen Bienen
(Apis
mellifera mellifera ...)
(Foto:
Christian Wagner)
Wir unterscheiden, für in Deutschland als ausgerottet geltend und zur
Wiederbesiedlung noch vorhandenen, drei Ökotypen (nach heutigem
Erkenntnisstand) von Nord nach Süd :
Apis mellifera mellifera lehzeni =
Heidebiene
Apis mellifera mellifera mellifera = Deutsche
Braune Biene
Apis mellifera mellifera nigra = Die
Schwarze (Alpenländische) Biene
Kennzeichen:
Die Dunklen Bienen sind groß, breit mit auffällig rundem Hinterleib,
schmalen Filzbinden und langen Überhaaren,
von anderen Bienen der Apis mellifera (Westlichen Honigbienen) leicht zu
unterscheidende Bienen. Ihr Kubitalindex liegt deutlich unter 2,0 (Rassengrenze
2,2), der Hantelindex unter 9,32, die Diskoidalverschiebung im negativen Bereich
und die Rüssellänge unter 6,4 mm. Durch ihre dunkle braune Brustbehaarung und
schmalen Filzbinden erscheint sie auf der Wabe recht dunkel, dieser Effekt wird
bei der Nigra durch die schwarze Haarfarbe und die pigmentierten Flügel noch
verstärkt und verleiht ihr ein samtschwarzes Aussehen.
Verbreitung:
Vom Atlantik bis zum Ural (und weiter?), von den Pyrenäen bis Finnland
hat sich diese vitale, anspruchslose und
robuste Honigbiene alle ökologischen Nischen erschlossen und sich in die
Klimaveränderungen der Großen Eiszeit hinein entwickelt. Die Gruppe der
Mellifera-Ökotypen sind die einzigen Vertreter der Westlichen Honigbienen die
diese Leistung vollbrachten.
Herkunft und Verwandtschaft:
Die Westliche Honigbiene Apis mellifera ist ein Kind der Großen
Eiszeit, die vor ca. 1 Mill. Jahren als Ausnahmesituation in der Klimageschichte
der Erde mit der Polvereisung begann. Vor der Vereisung gab es eine große Zahl
Honigbienen ähnlich unserer heutigen Apis Mellifera. In Europa sind mit dem
Klimawandel alle Honigbienenarten ausgestorben und von der einstigen Vielzahl
sind nur vier weltweit übrig geblieben (mellifera, indica, drosata u. florea).
Im Vorderen Orient überlebte der Vorfahre der Apis mellifera. Von dort breitete
sie sich zunächst in 4 Rassengruppen aufteilend aus.
1. nach Westen über Nordafrika nach Europa (Iberische Halbinsel) Intermissa,
Iberica, mellifera.
2. nach Süden in zwei Gruppen – nördliches und Südliches Afrika.
3. nach Norden in den Balkan die Macedonica und in die Apenninenhalbinsel die
Lingustica.
Neuere DNA-Analysen ergaben gegenüber bisherigen Annahmen, dass die
Unterschiede zwischen den Apis mellifera mellifera Ökotypen wesentlich größer
sind als zwischen lingustica und
carnica. Daraus kann man ablesen, dass die mellifera und die lingustica
„alte“ Bienen sind und die carnica als jüngster Abkömmling der lingustica
zugeordnet werden kann.
Vor ca. 150 Jahren begann für die
Dunkle Biene die Bedrohung ihrer Existenz durch den Menschen,
auf der Suche nach der „Besten Honigbiene“.
Heutiges Vorkommen:
In keinem anderen Land wurde ein Nutztier als Bestandteil des europäischen
Natur- und Kulturerbes so aggressiv und nachhaltig bekämpft wie die
einheimische Honigbiene in Deutschland. Das angestrebte Ziel „melliferafreie
Zone“ wurde nach heutigem Wissensstand erreicht. In konzentrischen Kreisen um
das „Herzland“ der einstigen Zeidlerbiene nimmt die Bienendichte der Dunklen
mit wachsender Entfernung zu, ist jedoch im gesamten Verbreitungsgebiet mehr
oder weniger gefährdet.
Eigenschaften:
Besonderheiten:
Bienen aus „tausendjähriger“ Korbimkerei-Tradition
neigen bei „Störung“ ihren Vorrat und Brut zu verlassen, in dem sie
an den Wabenrändern zusammenlaufen und sich mit samt der Königin fallen lassen
(mehr oder weniger ausgeprägt). Beim Abtrommeln in der Heideimkerei ein ideales
Verhalten, in der Magazinimkerei weniger. Aus der Zeidler- und
Klotzbeuten-Tradition zeigen die Bienen ein ruhiges und wabenstetes Verhalten
(in der Alpenregion wird sie meist in Hinterbehandlung gehalten). Die
reinrassigen Bienen können ohne Schleier und ohne Probleme auch im Magazin geführt
werden.
Bestände der für Deutschland relevanten Ökotypen:
(Lt. Veröffentlichung der 1. Konferenz
von Flekkefjord/Norwegen)
Heidebiene (A. m. m. lehzeni)
Norwegen ca. 2.000 Völker
Dänemark
ca. 300 Völker
Pommernbiene (A. m. m. mellifera)
Polen ca. 1.500 Völker
Deutsche Braune (A. m. m. mellifera)
Belgien Züchtergruppe k. a.
Schweiz SLB k. a.
Braunelle (A. m. m.
mellifera)
Tirol
ca. 1.000 Völker
Schwarze Alpenländische (A. m. m. nigra)
Österreich/Schweiz k. a.
Bei
„schärferem Ausmessen“ müssen die Zahlen wahrscheinlich eher nach unten
angepasst werden.
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