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Schwerpunkt - Pferde


Gefährdete Eselrassen


Barbara Bank, Oberneisen

Esel, die einer Rasse angehören, gibt es in Nordeuropa fast nicht. Hier lassen manche Eselverkäufer ihrer Phantasie freien Lauf. Einer Rasse gehört ein Tier nur an, wenn es das Papier eines offiziellen Stutbuchs hat. Solche Papiere werden nie nachträglich ausgestellt.

Im folgenden sind die europäischen Esel-Rassen beschrieben, welche heute noch vorwiegend in ihren Ursprungsregionen gehalten und gezüchtet und von der GEH vertreten werden. Alle Riesen-Esel-Rassen sind vom Aussterben bedroht und ihre Zahl sinkt weltweit.

Der Poitou-Esel


Barbara Bank, Oberneisen

Der Poitou-Esel

Kurzer Kopf und Hals, starker Körper mit geraden Rücken und großer runder Kruppe, große, offene langbehaarte Ohren. Langes, sehr weiches gelocktes Fell. Beide Geschlechter haben Kippmähne und Kötenbehang. Ein tiefer Brustkorb und sehr starke Knochen sind rassetypisch. Größere Tiere haben meist leichtere Knochen. Stuten dürfen etwas leichter als Hengste sein. Der Poitou-Esel wird allgemein mit über 400 kg als der schwerste Esel der Welt bezeichnet.

Viele Menschen aus dem In- und Ausland möchten heute einen solchen Esel haben. Es ist fast unmöglich einen reinrassigen Poitou-Esel zu bekommen. Die Preise sind enorm gestiegen und viele normale Eselstuten werden von zum Teil auch nicht reinrassigen Hengsten gedeckt. So kommt es zu einer unübersehbaren Zahl von Mischlingen, welche auch zu einer großen Zahl die Erbkrankheiten der äußerst empfindlichen reinen Tiere tragen. Probleme mit der Muskulatur (nur schwach ausgebildet), Sehnenschwäche, zu kurze Sehnen, schlechte Gliedmaßenstellung, Bockhufe, Karpfenrücken, Zahnfehler usw. belasten die Rasse und die Kreuzungen.

Der Poitou-Esel wurde jahrhundertlang in Frankreich, Deutschland , USA und vielen anderen, besonders europäischen Ländern, zur Maultierzucht verwendet.

Im französischen Stutbuch steht sowohl die Eselrasse, wie auch die dazugehörende Pferderasse, dass Mulassiere -Pferd. Ein großes, schweres Kaltblut mit viel Mähnen- und Schweifhaar. Von diesem Pferd (hier wird die Pferdestute vom Eselhengst gedeckt) bekam das Mule du Poitou seine Muskeln.

Da bei dem Hybrid die Erbkrankheiten der Esel fast nie wirksam werden, weil sich keine Paare kranker Gene finden, sind die Maultiere frei von den Problemen der Esel. Dieser wurde nie zum Arbeiten herangezogen und kein Züchter machte sich die Mühe, durch Selektion die Rasse in Bezug auf die Gesundheit zu beeinflussen. Wichtig waren sehr schwere Knochen, ein großer Brustkorb und die langen Haare! Hier handelt es sich um eine Mischung aus Aberglauben (potente Herren haben lange Haare) und einer glänzenden Verkaufsidee. Noch heute lassen sich diese einzigen richtig langhaarigen Esel von allen anderen unterscheiden.

1988 wurde in Frankreich die SABAUD (Association pour la Sauvegarde du Baudet du Poitou) gegründet. Sie hat sich den Erhalt der Rasse zur Aufgabe gemacht. 1994 hat sich das französische Stutbuch und die Züchterorganisation UPRA mit dieser Organisation zusammen getan

Tiere, welche in Deutschland geboren werden, können in das französische Stutbuch eingetragen werden, wenn:

Nur Tiere, welche im französischen Stutbuch eingetragen sind, dürfen Baudet du Poitou genannt werden. Alle anderen sind als Poitou-Kreuzungen zu bezeichnen. Das Stutbuch wurde 2004 für das Ausland endgültig geschlossen. Ab dem 1. Januar wird es auch für Frankreich geschlossen

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Katalanischer Riesenesel


Barbara Bank, Oberneisen

Der Katalanische Riesenesel

Auch hier werden viele Tiere unter dem Rasse-Namen angeboten ohne dieser Rasse wirklich anzugehören. Katalanen werden nur im spanischen Stutbuch eingetragen.

Der Katalanische Esel wird als der größte Esel bezeichnet. Allgemein hat der Katalane einen schmalen, langgestreckten und doch harmonischen Körperbau mit kräftigen Gliedmaßen. Früher war er unverzichtbares Nutztier in der Land- und Forstwirtschaft und wurde zur Maultierzucht eingesetzt. Er wurde in viele Länder zur Veredelung bodenständiger Rassen exportiert. Hauptzuchtgebiet ist heute die Gegend um Girona - Banyolas. Nach dem zweiten Weltkrieg rapider Rückgang der Bestände. Geschätzter Bestand reinblütiger Tiere ist heute weltweit etwa 150 Exemplare (Stand 1990). Seit 1978 Erhaltungsbemühungen durch eine Organisation.

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Andalusischer Riesenesel


Barbara Bank, Oberneisen

Andalusischer Riesenesel, Foto: Barbara Bank

Harmonischer Gesamteindruck. Früher in ganz Andalusien verbreitet. Nutzung in der Landwirtschaft, zur Maultierzucht und als Last- und Transporttier. Wahrscheinlich stammt er von den großen, weißen Ägyptischen Eseln ab. Im Raum Cordoba entwickelte sich eine bodenständige Rasse, die sich bis Sevillia ausbreitete. Er wurde in viele andere Länder exportiert, vor allem nach Nordafrika und in die Vereinigten Staaten. Seit den 70er Jahren erschreckender Rückgang der Bestände, vorhanden sind nach Schätzungen noch einige hundert reinrassige Tiere, die Zahlen sinken jedoch Jahr für Jahr. Keine Erhaltungsbemühungen durch den spanischen Staat. Aber es gibt jetzt eine private Organisation, die sich um die Erhaltung der Rasse bemüht.

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Martina-Franca-Esel


Barbara Bank, Oberneisen

Süditalienische Eselrasse, auch als Puli-Esel bekannt. Hauptzuchtgebiet ist Apulien mit den Provinzen Taranto, Bari und Brindisi.

Über Jahrhunderte wichtigstes landwirtschaftliches Nutztier, durch die Motorisierung, insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg, verdrängt. Keine genaue Bestandszahlen, jedoch deutlicher Rückgang der Rasse in den letzten zehn Jahren. Leider landen unzählige dieser Esel in den Schlachthäusern Süditaliens. Seit kurzem Erhaltungsbemühungen durch eine neugegründete Gesellschaft im Ort Martina Franca.

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