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Schwerpunkt - Geflügel


Orpingtonente


Orpingtonente

Herkunft und Verbreitung

Ende des 19. Jahrhunderts erzüchtete der Engländer William Cook die Orpingtonente. Wie bei dem Orpingtonhuhn benannte er die Rasse nach seinem Wohnsitz, dem Orpington-House bei St. Mary Cray (Kent). Zeit seines Lebens hütete William Cook das Geheimnis der Erzüchtung, aber “Heute scheint jedoch festzustehen, dass Cook Landenten, also in Europa entstandene Abkömmlinge der Stockente mit waagerechter Haltung und geräumigem Rumpf, wie beispielsweise Aylesbury- oder Schwedenenten, mit der aus Südostasien stammenden, aufrechtstehenden Laufente kreuzte und daraus die Orpingtonente erhielt. Anders ist die halb aufgerichtete Körperhaltung der Orpingtonente nicht zu erklären. Diesen etwas aufgerichteten Körper zeigen auch die beiden weiteren Zwischentyprassen aus England, die Campbell- und die Streicherenten. Diese Zwischentypen vereinen den guten Fleischertrag der Landenten mit der Legeleistung der damaligen Laufente. Diese Theorie wird durch die Tatsache erhärtet, dass damalige Laufenten meist als zimtfarbig beschrieben wurden...”(Steffen Baum, Gef.-Börse 10/97). Um 1900 erschienen die ersten Orpingtonenten in Deutschland. Bereits 1919 fand in Leipzig eine Sonderschau mit 20 Tieren statt.

Merkmale und Eigenschaften

Die Orpingtonente ist ein Zweinutzungstier, das einen guten, reichlichen Fleischansatz mit einer ansehnlichen Legeleistung verbindet. Sie ist robust, beweglich und wetterhart, und die Jungen sind besonders schnellwüchsig. Bei günstigem Wetter beginnt die Orpingtonente schon im Dezember zu legen. Die Eier zählen zu den schmackhaftesten unter den Enteneiern. Die Ente gilt allerdings als unzuverlässige Brüterin. Orpingtonenten kann man gut in größeren Herden halten. Die Tiere sind sehr beweglich, manchmal auch scheu, und nutzen große Ausläufe futtermäßig gut aus. Durch das helle Untergefieder lassen sich schöne Schlachtkörper erzielen, die wenig fett sind. Der Orpingtonerpel erreicht ein Gewicht von 3 kg, wobei Masttiere allerdings auch schwerer werden können. Der gestreckte, walzenförmige Rumpf wird halb aufgerichtet gehalten. Etwa zwei Drittel der Rumpflänge liegt vor den Läufen. Der lange, fast geradlinige Rücken ist zu den Seiten hin gut abgerundet. Auch die volle Brust ist gut gerundet und wird angehoben getragen. Das glatte Gefieder liegt fest an. Die Orpingtonente wird bis zu 2,5 kg schwer. Ihr Schnabel ist orangefarben mit einer dunklen Bohne, wobei eine Brauntönung noch zulässig ist. Bei legenden Enten kann der Schnabel seine Farbe zeitweise ändern, so daß er aufgehellt bis bleifarbig ist. Die Orpingtonente soll am ganzen Körper gleichmäßig ledergelb gefärbt sein. Da die Tiere in der Sonne ausbleichen, werden leicht aufgehellte Schwingen mild beurteilt. Die ledergelbe Farbe von Orpingtonenten ist spalterbig. Bei der Verpaarung von zwei ledergelben Tieren teilt sich die Nachzucht auf ca. 50 % ledergelbe Tiere, ca. 25 % reinerbig hellgelbe Tiere mit taubenblauem Kopf (im deutschen Standard nicht anerkannt) und ca. 25 % gelb-dunkelwildfarbige Tiere (ebenfalls nicht anerkannt) auf. “Paart man diese hellen und dunklen “Fehlfarben” untereinander, erhält der Züchter nach dem intermediären Erbgang ausschließlich ledergelbe Jungtiere. Welche Färbung die Küken später zeigen, lässt sich bereits kurz nach dem Schlupf vorhersagen.

Die reinerbig Gelben zeigen den leuchtend gelben Flaum weißer Enten. Gelb- und dunkelwildfarbige sind als Küken braun mit dunklen Läufen und Schnäbeln. Die dritte Flaumfärbung der Küken liegt zwischen den beiden Extremen und ist gelbbraun. Das sind die späteren Ausstellungstiere.”(Steffen Baum, Gef.-Börse 10/97).

Für die Interessenten einer robusten und soliden Entenrasse mit einer guten Wirtschaftlichkeit in bezug auf Fleisch- und Eierleistung bieten sich alle Farbvarianten gleichermaßen an. 

Aktuelle Situation

Im Jahr 2005 betrug die Anzahl der registrierten Bestände 100 mit insgesamt 186 männlichen und 419 weiblichen Tieren. Das durchschnittliche Geschlechtsverhältnis von männlich zu weiblich beträgt 1 : 2,8. Die Orpingtonente ist in ihrem Bestand extrem gefährdet und steht in der Kategorie I in der Roten Liste der GEH.


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