Betriebsbeschreibung:
Historie und Einordnung
Aus dem Görlitzer „Park der
Werktätigen“ entstand 1957 ein Heimattierpark mit Rehen und Wasservögeln.
Mit 5 ha Fläche
und 500 Tieren gehört der Naturschutz-Tierpark Görlitz heute noch zu den
kleinsten, in Bezug auf seine Qualität aber zu den anerkannten Zoos in
Deutschland. Im „großen Zootest“ des Maganzins stern (27/2008) belegte er den ersten Platz in der Kategorie
„kleinere Zoos“. 2004 gehörte er zu den schönsten Parks in Deutschland
und in der Kinderzeitschrift GEOlino (4/2000) wurde der Naturschutz-Tierpark Görlitz
als einziger sächsischer neben weiteren neun deutschen Zoos als besonders
kinderfreundlich empfohlen. Seit 2005 trägt er das Zertifikat:
„familienfreundliche Einrichtung“. Der östlichste Tiergarten Deutschlands
ist Mitglied im Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) und im Europäischen
Zooverband (EAZA). Die Aufnahme in den Weltzooverband (WAZA) im Jahr 2002
brachte schließlich weltweite Anerkennung. Mit jährlich bis zu 100.000
Besuchern ist der Naturschutz-Tierpark in der Region eine der am meisten
frequentierten Kultureinrichtungen.
Schwerpunkte und Ziele
Das junge
Tierparkteam engagiert sich für insgesamt 500 Tiere. Die
Schwerpunkte der Tierhaltung liegen bei europäischen und zentralasiatischen
Wild- und Haustieren, von denen insgesamt 120 verschiedene Formen in naturnah
und innovativ gestalteten Gehegen gezeigt werden. Der Naturschutz-Tierpark kümmert
sich außerdem um bedrohte Tierarten in der Region sowie weltweit. Er hilft
seinem Wappentier, dem Weißstorch, und hunderten verletzten Wildtieren jährlich,
daneben aber auch seltenen Affenarten in Vietnam oder chinesischen Roten
Pandas. Ganz besonderes Augenmerk wird auf Kinder gelegt. Extra für sie sind
Natur-Schau-Spiele an den Tiergehegen aufgestellt, Ferienprogramme entwickelt
oder Tier-Comics gedruckt worden, so dass man mit viel Spaß eine Menge über
Tiere lernen kann. Es soll erreicht werden, dass auch alle anderen Besucher
nach dem Tierparkspaziergang erholt und zufrieden sowie sensibilisierter und
schlauer im Hinblick auf die Natur nach Hause gehen. Tiergeographisch
gesehen gibt es zwei Schwerpunkte der Tierhaltung: Europa und Zentralasien.
Es werden nicht nur Wildtiere gezeigt, sondern auch Haustiere,
die für die jeweilige Region typisch sind. Eine möglichst hohe Authentizität
ist das Grundprinzip bei der Gestaltung der Tieranlagen. So entstanden seit
1992 zahlreiche naturnahe Gehege, die nicht nur den Tierparkbesuchern
gefallen, sondern auch in Fachkreisen internationale Anerkennung gefunden
haben. Beispiele dafür sind das 4.000 m² große Fischottergehege und das
2.000 m² große Gehege für Rote Pandas. Es wird aber nicht nur der jeweilige
Lebensraum nachgestaltet, sondern auch landestypische Gebäude, in denen man
Informationen zum Tier und zur Lebensweise der Menschen erhält. Mit der
Umsetzung des neuesten Projektes begann man 2005. Das erste Gebäude des
„Tibetdorfes“ (ein Haus für Yaks und Kaschmirziegen) wurde im Mai, das
zweite (ein Haus für Maskenschweine) im Oktober 2006, das dritte (ein Haus für
Kamele) im August 2007 fertig gestellt.
Eine wichtige
und inzwischen international auch
anerkannte Profilierung konnte der Naturschutz-Tierpark Görlitz in der Zoopädagogik erreichen. Innovative Ideen gibt es besonders in
didaktischer Hinsicht, z.B. bei den so genannten Natur-Schau-Spielen, aber
ebenso bei der Konzipierung von öffentlichen Veranstaltungen, die nicht nur
Erlebnisse, sondern auch Inhalte vermitteln, wie die „tierischen Schönheitswettbewerbe“
für verschiedene Haustierformen. Ergänzt und vervollständigt wird das zoopädagogische
Konzept seit 2002 durch die Dauerausstellung „Klapperstorch mein Guter“,
die anhand von über 2000 Sammlungsstücken die kulturhistorische Beziehung
zwischen Weißstorch und Mensch darstellt.
Seit einigen
Jahren hat der Naturschutz-Tierpark Görlitz im regionalen und internationalen
Artenschutz verschiedene Aktivitäten entwickelt. Hierbei ist
eine Konzentration auf Schutzprojekte heimischer Tierarten zu erkennen (Weißstorch,
Fischotter, Biotoppflege mit Elchen, Pflege verletzter Wildtiere). Das
geschieht nicht nur in Übereinstimmung mit der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie,
die 1993 zusammen mit der IUCN aufgestellt wurde, sondern besonders in der
Erkenntnis, dass Lebensraum- und in situ Artenschutz zu den wesentlichsten
Aufgaben eines modernen Tierparks gehören. Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie
sieht die Zoos und Tiergärten zunehmend in der Rolle von lokalen, aber auch
international vernetzten Naturschutzzentren und weist Wege auf, wie diese
Rolle durch jeden einzelnen Zoo erfüllt werden kann. Das große Plus der Zoos
ist das enorme öffentliche Interesse als Bildungs- und Erholungselement und
prädestiniert sie zu wichtigen Partnern und Trägern von
Naturschutzprojekten. Der
Tierpark ist Mitglied in verschiedenen Zuchtverbänden, wie dem
Rinder-, Schweine- und Schaf- und Ziegenzuchtverband. Er engagiert sich in der
Facharbeitsgruppe Rinderanspannung und arbeitet eng mit regionalen Geflügel-
und Kaninchenzuchtverbänden zusammen.
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