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Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)

The Society for the Conservation of Old and Endangered Livestock Breeds (GEH) 
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Bentheimer Schweine für Norwegen  -  Alte Rasse aber weiter gefährdet


tb Nordhorn. Dem Bunten Bentheimer Schwein geht es wieder etwas besser. Fünf Jahre nach Gründung des bundesweit tätigen Erhaltungsvereins ist der Bestand von 50 auf 572 Zuchttiere gestiegen. Im Sommer werden zehn Schweine nach Norwegen exportiert.

Vorsitzender Helge Thoe-len zog zu Beginn der Generalversammlung des „Vereins zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines" eine positive Bilanz. Nicht nur die Zahl der Tiere habe sich annähernd verzwölffacht. Es gebe auch außer Berlin kein Bundesland, in dem die „Swatbunten" nicht gehalten werden. Mit dem Naturlandhof von Thorsten Kollmann aus Menslage im Landkreis Osnabrück wurde der 100. Herdbuchzuchtbetrieb in den Verein aufgenommen. Er hat 200 Mitglieder.

Seit einigen Jahren gibt es Zuchttiere in Luxemburg und in den Niederlanden. Dort stehen 41 weitere Sauen und Eber in den Ställen, und Ende März wird ein eigener Erhaltungsverein mit Option auf ein neues Zuchtbuch für die Bentheimer eingerichtet – es wäre das einzige für Schweine im ganzen Nachbarland.

„Trotz dieser Erfolge stehen wir vor großen Aufgaben", sagte Thoelen im Tierpark Nordhorn, wo der Verein auch seit seiner Gründung 2003 seinen Sitz hat. „Weil sich die bisher zuständige Niedersächsische Erzeugergemeinschaft für Zuchtschweine zur Jahresmitte auflöst, muss das Zuchtbuch von anderen fortgeführt werden. Wir arbeiten mit dem Landwirtschaftsministerium Hannover an der Fortführung der zentralen Zuchtbuchführung für ganz Deutschland", so Thoelen.

Er sei zuversichtlich, dass der Schritt gelinge. „Die Zeit des gegenseitigen Schulterklopfens ist allerdings vorbei", warnte Thoelen. „Wir benötigen die Unterstützung von Politik und Gesellschaft."

Zumindest der Papierform nach lässt sich die Bundesregierung als Unterstützer seltener Haustierrassen ausmachen. Sie hat das Tierzuchtgesetz erneuert und dabei großen Wert auf den Erhalt alter Rassen gelegt. Auch die sogenannte „Sektorstrategie Agrobiodiversität", die der aus Bonn angereiste Ministerialrat Immo Weirauch in Nordhorn vorstellte, deutet in diese Richtung.

Er betonte, von 63 heimischen Nutztierrassen seien 50 in ihrem Überleben gefährdet. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wolle die Bundesregierung die Überwachung alter Rassen verstärken, Genreserven einrichten, die Forschung verstärken und vor allem alle am Erhalt der alten Rassen Beteiligten vernetzen. Langjähriger Unterstützer in dieser Angelegenheit ist auch der Bundestagsabgeordnete Dieter Steinecke (SPD). Er betonte in Nordhorn, er werde sich weiter für die Tiere einsetzen.

Entstanden war das Bunte Bentheimer Schwein im 19. Jahrhundert in fünf Landkreisen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, darunter die namengebende Grafschaft Bentheim und das Emsland. In den 1960er Jahren geriet es in Vergessenheit und wurde nur von Gerhard Schulte-Bernd aus der Grafschaft Bentheim weitergezüchtet. Noch immer ist es vom Aussterben bedroht.

Internet: www.bunte-bentheimer-schweine.de


 

Der Zuchtbestand in Deutschland ist stark angestiegen. Hinzu kommen Tiere in den Niederlanden und Luxemburg 

Kommentar: 

Warum eigentlich?

Von Tobias Böckermann

Die gute Bilanz des Vereins zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines spricht für sich. Dennoch: Bundesweit gibt es mehr als 2,5 Millionen Zuchtsauen, darunter nur 462 Bentheimer. Zudem bleibt die Vermarktung der Tiere schwierig, erst recht bei den derzeit schlechten Erzeugerpreisen.

Warum also soll ein Schwein erhalten werden, das ohne gezieltes Engagement den Markt nicht überleben würde? Aus einer Reihe von Antworten die beiden wichtigsten:

1. Das Bunte Bentheimer Schwein ist ein Stück Kulturgeschichte.

2. Klimawandel und steigende Energiepreise könnten in Zukunft eine robustere Art der Schweinehaltung notwendig machen. Dann benötigt man vielleicht alte Rassen wie die Bentheimer – zur Einkreuzung in moderne Hochleistungstiere.

Die Politik muss deshalb ihren Erhaltungsbeitrag leisten. Etwa indem sie die zentrale Fortführung des Herdbuches unterstützt.

t.boeckermann@meppener-tagespost.de

 

 


 

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