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Aufwind
für das Bunte Bentheimer Schwein: Drei Jahre nach der Gründung eines
bundesweit tätigen Erhaltungsvereins hat sich der Bestand des damals akut vom
Aussterben bedrohten Nutztieres weiter erholt. Das
wurde bei der Jahresmitglieder- versammlung des Vereins im Freilichtmuseum
Kiekeberg in Rosengarten nahe Hamburg deutlich, an der Züchter aus dem gesamten
Bundesgebiet und den Niederlanden teilnahmen. Der bisherige Geschäftsführer
des Vereins, Helge Thoelen, konnte neben einer stetig gestiegenen Mitgliederzahl
( 2005: 130 nach 42 zum Start 2003 ) vor allem einen höheren Tierbestand
vermelden. "Nachdem 2003 nur 50 Zuchttiere im Herdbuch standen, sind es
heute 310, darunter 70 Eber." Der verhältnismäßig hohe Eberbestand sei
wichtig, um die Inzucht so gering wie möglich zu halten. Ein computer-
gestütztes
Anpaarungsprogramm und die gezielte Vermittlung von Tieren über die Geschäftsstelle
des Vereins in Stadland-Süderschwei zeigten in dieser Hinsicht bereits Erfolge,
so Thoelen.
Als
Erfolgsgeschichte bezeichnete Vorsitzender Thomas Berling ( Tierpark Nordhorn )
die bundesweite Ausrichtung des Vereins und die damit verbundenen Verteilung der
Tierbestände auf das Bundesgebiet. Von den 75 dem Verein angehörenden
Zuchtbetrieben lägen 39 in Niedersachsen, 14 in Nordrhein-Westfalen, fünf in
Hessen, drei in Rheinland-Pfalz und zwei in Bayern. Einzelbetreieb in weiteren
Bundesländern kämen hinzu, dazu einer in Luxemburg und einer in den
Niederlanden.
"Der
Leuchtturmwärter von Terschelling züchtet Bentheimer Schweine",
berichtete Berling stolz. Die Verteilung der Tiere sei vor allem wichtig, damit
eine Tierseuche wie die Schweinepest nicht die ganze Rasse zum Erlöschen
bringen könne. " Die Betriebe liegen weit auseinander, Seuchen verlieren
so einiges von ihrem Schrecken".
Gerettet
sei das Schwein damit noch nicht, so Berling. Im Vergleich mit den üblichen
Wirtschaftsrassen sei der Bestand verschwindend klein, ebenso die einzelnen Bestände.
Einer nur in Auszügen veröffentlichten Untersuchung durch eine Studentin der
Uni Göttingen zufolge hätten 67 Prozent aller Halter nur ein bis drei Sauen im
Stall, nur sieben Prozent mehr als zehn. Dafür hielten 75 Prozent einen eigenen
Eber, 70% seien in der Direktvermarktung tätig. "Erhalten durch
Aufessen" bleibe weiter das Motto des Vereins, so Berling.
Bei
den Vorstandswahlen trat Berling wie bei der Gründung des Vereins 2003 angekündigt,
nicht wieder an. Er bleibt im erweiterten Vorstand aktiv, sein Amt übernimmt
der bisherige Geschäftsführer Helge Thoelen ( Stadland-Süderschwei ). Zweiter
Vorsitzender ist nun Stefan Westhuis ( Hoogstede -Grafschaft Bentheim ). Hartwig
Dannemann ( Hundsmühlen - Oldenburg ) und Martin Büning ( Laer - Steinfurt )
komplettieren den Vorstand für die nächste Amtsperiode von drei Jahren.
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